Weihnachten in Deutschland: Alte Traditionen & Weihnachtsmärkte

Rund um Weihnachten hat sich in Deutschland ein ganz besonders reiches Brauchtum herausgebildet, das in vielen Teilen Deutschlands noch sehr lebendig ist. Zum Teil ist es mit Ritualen verbunden, deren Höhepunkt der Heiligabend, der Abend des 24. Dezember, ist. Dieser Artikel stellt die wichtigsten deutschen Weihnachtstraditionen vor.

Die Weihnachtsmärkte

In vielen Städten werden am vierten Sonntag vor Heiligabend die Weihnachtsmärkte eröffnet, die dann die folgenden vier Wochen die Stadtbilder prägen, mit Glühwein und Lebkuchen, Weihnachtsplätzchen und Stollen, Weihnachtsliedern und Geschenkebuden. Christbaumkugeln, Strohsterne, Engel, Kerzenständer, Lammfellschuhe, Spitze und viele andere traditionelle Handwerkswaren werden in dieser stimmungsvollen Umgebung zum Kauf angeboten.

Unter den zahllosen Weihnachtsmärkten in den deutschen Städten stechen einige als besonders sehenswert heraus. Die Weihnachtsmärkte in Augsburg und Stuttgart gelten als besonders stimmungsvoll. Sehr traditionsreich ist der Leipziger Weihnachtsmarkt und der „Striezelmarkt“ in Dresden als einer der Ältesten neben dem berühmten Nürnberger Christkindlesmarkt, der jedes Jahr zigtausende Touristen an die Pegnitz lockt.

Von dieser Tradition war nichts zu ahnen, als der Kurfürst in Dresden 1434 vor Heiligabend einen eintägigen Fleischmarkt bewilligte, damit die Dresdner Untertanen sich einen Festtagsbraten kaufen konnten. Nach und nach kamen Handwerker mit ihren Waren und Arme hinzu, die Gebasteltes verkauften. 1471 verteilte die Stadt Dresden erstmals „Striezel“, also Stollen, an die Bedürftigen und dieser Name hat sich bis heute erhalten.

Häusliche Bräuche der Vorweihnachtszeit

Zu Weihnachten stellt sich in Deutschland fast jede Familie als Weihnachtsbaum eine Tanne oder Fichte in der Wohnung auf. Während Weihnachtsbäume an öffentlichen Plätzen schon Anfang Dezember aufgestellt werden, tun die Familien dies meist erst kurz vor Heiligabend. Dann schmücken sie ihren Baum prächtig mit Kerzen, Kugeln und anderem Baumschmuck.

Ein schöner Weihnachtsbrauch für die Kinder ist der Adventskalender. Er beginnt am 1. Dezember und endet am 24. Dezember zum Weihnachtsabend. An jedem dieser Tage dürfen die Kinder ein Türchen des Kalenders öffnen, wobei sie ein Bild, einen Vers, ein Stückchen Schokolade oder eine andere kleine Aufmerksamkeit finden. Das Türchen für den 24. Dezember ist traditionell am größten. So wird die Spannung der Kleinen von Anfang Dezember bis Heiligabend kontinuierlich gesteigert.

Ein weiterer häuslicher Weihnachtsbrauch ist der Adventskranz: In vielen deutschen Wohnzimmern findet man ab dem vierten Sonntag vor Heiligabend – das kann in einigen Jahren auch der letzte Sonntag im November sein – einen mit Bändern, Früchten, Beeren und vor allem vier Kerzen geschmückten immergrünen Kranz. Jeden Adventssonntag wird eine Kerze mehr entzündet, bis am vierten Advent, dem Sonntag vor Heiligabend, alle vier brennen.

Das Weihnachtsfest

Heiligabend, der Abend des 24. Dezember, bildet den Höhepunkt der Adventszeit. Der Vormittag ist noch ein halber Arbeitstag, am Nachmittag beginnt die festliche Stimmung. Christliche Familien gehen in die Kirche, entweder am frühen Abend oder zur Mitternachtsmesse. Weihnachten ist aber ein Fest, welches in Deutschland auch von Familien gefeiert wird, die nicht in die Kirche gehen. Für die Kinder ist das Wichtigste am Fest sicher die Bescherung, die am Nachmittag oder Abend stattfindet. Manche Familien singen traditionelle Weihnachtslieder und musizieren dazu. Zum Essen gibt es am Heiligabend meist nur etwas Einfaches. Das große Festmahl, zu dem traditionell eine Gans auf den Tisch kommt, findet erst am 1. Weihnachtsfeiertag, dem 25. Dezember statt. Am zweiten Weihnachtsfeiertag klingt der Höhepunkt des Jahres allmählich aus.