Leseempfehlungen zum Deutsch lernen (für verschiedene Sprachniveaus)

Ob mit Krimis, Märchen oder ganzen Romanen – Deutsch mit Texten lernen macht Spaß. Geschichten regen die Fantasie an und bewirken, dass man sich neue Wörter leichter merkt.

Wagt man sich an Texte jenseits des Sprachlehrbuchs, so unternimmt man eine Reise ins Ungewisse, auf der den Lernenden gerade auf dem Anfängerniveau viele unbekannte Wörter und Satzkonstruktionen erwarten. Zahlreiche Publikationen erleichtern Deutschlernenden diesen Schritt und schreiben Texte so, dass sie leichter zu verstehen sind und einen Lerneffekt bieten.

Texte für alle Lernniveaus

Solche Texte für Deutschlernende gibt es für alle Niveaustufen. Daher können schon Lernende der Stufe A1 mit der Textlektüre beginnen. Mit zunehmenden Deutschkenntnissen sollten die Fremdsprachentexte immer länger und komplexer werden. Texte für die Stufe B2 sind etwa viermal so lang wie die für die Anfängerstufe A1. Als Orientierungshilfe werden für die verschiedenen Niveaustufen folgende Textlängen empfohlen:

– Texte für die Stufe A1 zählen etwa 600 Wörter.
– Texte für die Stufe A2 zählen etwa 1000 Wörter.
– Texte für die Stufe B1 zählen etwa 1800 Wörter.
– Texte für die Stufe B2 zählen etwa 2400 Wörter.

Diese Texte können unterschiedlich aufbereitet sein. Sie können Anmerkungen mit Worterklärungen enthalten, Fragen, die die Lernende anregen, den Inhalt der Texte in eigenen Worten wiederzugeben, Übungsblätter oder auch CDs mit Audio-Dateien, die zusätzlich das Hörverständnis trainieren.

Sich selbst Texte erschließen

Aber Texten begegnet man auf Schritt und Tritt, und sich ihre Bedeutung und ihren Sinn selbst zu erschließen, ist eine Anstrengung, die lohnenswert ist und Spaß macht. Um sich nicht zu überfordern, orientiert man sich an der Textlänge, die für das eigene Sprachniveau empfohlen wird (siehe Liste oben).

Wie findet man aber Texte mit Wörtern, die relevant sind? Schließlich soll sich die Anstrengung auch lohnen. Im Folgenden geben wir Leseempfehlungen zum Deutsch lernen auf allen Sprachniveaus von A1 bis B2.

Kurz und bündig: Leseempfehlungen für Niveau A1 bis A2

Kurze Texte für den Anfang zu finden, ist einfacher, als man denkt. Einen idealen Einstieg bilden Werbeplakate, wie man sie an Bus- oder U-Bahn-Haltestellen findet. Sie enthalten in der Regel einen kurzen Slogan und einen Werbetext mit Wörtern, die häufig verwendet werden.

Was tun, wenn man deren Inhalt nicht versteht? Eine einfache Methode besteht darin, das Plakat abzufotografieren und die Wörter zuhause nachzuschlagen. Ein Vokabelheft, in das man die Wörter einträgt, um sie zu wiederholen, kann Wunder wirken.
Dieselbe Methode lässt sich auf Schlagzeilen und Überschriften in Zeitungen anwenden.

Kurze, leichte Texte findet man auch in Comics und Kinderbüchern. Während Comics oftmals eine zweideutige, hintersinnige Sprache pflegen und deshalb nicht immer einfach zu verstehen sind, gibt es viele wunderbar illustrierte Kinderbücher mit kurzen Texten, die zu lesen eine Freude ist – auch mit dem Wörterbuch in der Hand.

Es darf ein bisschen mehr sein: Leseempfehlungen für Niveau B1 bis B2

Mäßig lange und relativ einfache Texte findet man, jeden Tag frisch, in der Boulevardpresse. Eine Alternative sind Zeitschriften, die es zu jedem gewünschten Thema gibt. Zahlreiche Bilder erleichtern das Textverständnis.

Auch für dieses Niveau ist das Internet wieder eine unerschöpfliche Quelle an Lesematerial. Zeitlos, wissenswert und unterhaltsam sind Märchen, etwa der Gebrüder Grimm oder von Hans Christian Andersen, die eine breite Themenvielfalt und somit auch einen reichen Wortschatz bieten.

Landeskundliche Texte für Deutschlerner werden beispielsweise auf www.alumniportal-deutschland.org bereitgestellt. Die etwa eine Seite langen Texte gibt es sogar für zwei Schwierigkeitsgrade, für Niveau A2 und B2, jeweils mit Worterklärungen. Dazu gibt es Verständnisfragen, die in der Community beantwortet werden.

Lesen wie die Profis: Leseempfehlungen für Niveau C1 bis C2

Deutschlerner auf dem Niveau C1 bis C2 können sich ohne Weiteres an die erste „echte“ Literatur oder sogar einen ganzen Roman wagen. Deutschsprachige Romane und Erzählungen von Autoren, deren Werke gemeinfrei sind, findet man auf www.gutenberg.org. Auch heute noch gut zu lesen sind die Werke von Stefan Zweig oder Franz Werfel.

An der Gegenwart orientiertes Vokabular erschließt man sich am besten mit den Internetseiten der großen Tageszeitungen – Die Süddeutsche, Die Zeit und FAZ bieten einen reichen Fundus an interessanten Texten zu verschiedenen Themen.

Last, but not least, ist auch die Online-Enzyklopädie Wikipedia die perfekte Quelle, um den Wortschatz zu erweitern. Ob Geschichte oder Kunst, Botanik oder Biologie, hier liegen jede Menge Texte zu jedem Thema mit reichhaltigem Vokabular zum Entdecken bereit.