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Donnerstag, 18. Juni 2009
Nachrichten 2.0
Dieser Post hat nicht wirklich etwas mit dem Deutschlernen zu tun. Andererseits erscheint mir durchaus relevant zu analysieren, wie sich mit Web 2.0 Tools funktionierende Netzwerke aufbauen lassen.
Twitter, Youtube und Facebook haben inzwischen auf den Platz der Topnachricht der Tagesschau gebracht - wenigstens in der Internetausgabe.
Die Online-Netzwerke haben bei den Protesten nach den Wahlen im Iran gezeigt, dass sie im Gegensatz zu etablierten Medien in der Lage sind, auch in autoritären Regimen und bei strenger Zensur effektiv Nachrichten zu verbreiten und als wichtiges Informations- und Kommunikationsmedium zu dienen.
Wer schreibt wo auf der Welt auf Twitter zum Stichwort #iranelections ?
Visualisierung mit Yahoo Pipes
Besonders die Möglichkeiten, die viele Web 2.0 Seiten bieten, die angebotenen Dienste auch über externe Software anderer Anbieter aufzurufen erschwert die Arbeit der Zensoren erheblich. Es soll sogar einen Anruf aus dem US-Außenministerium gegeben haben, der Twitter gebeten habe, Wartungsarbeiten zu verschieben. Man hatte in Washington erkannt, dass der Dienst eine wichtige Funktion für die Demonstranten hatte, die sich in Teheran zu organisieren versuchen.
Besonders empfehlenswert ist in der zum Thema das Feature 'Die zwitschernde Revolution' der Radiosendung Der Tag vom Hessischen Rundfunk. Hier wurde das Phänomen Nachrichtenberichterstattung über Twitter wirklich sehr umfassend mit allen Potentialen und Gefahren analysiert. Es lohnt sich das Programm als Podcast nachzuhören.
Interessant war aber über das Thema hinaus, der Einsatz von Twitter während der Sendung selbst. Begleitend zur Sendung öffnete sich auf Twitter ein Diskussionskanal mit den Redakteuren im Studio selbst, die Fragen mit zentralen Zitaten von Interviewgästen beantworteten, oder Kommentare aus Twitter in der Sendung selbst aufnahmen.
Das Ergebnis zeigt eine interessante Form der Hörerbeteiligung, die sicherlich auch noch mehr Potential hat: Mit eigenen Tags zur Sendung könnte man zum Beispiel die Diskussion der Hörer untereinander noch fördern.
Die Erfahrung zeigt auf jeden Fall, dass spannende Inhalte in Verbindung mit sozialen Netzwerken neue Formen der Mediennutzung eröffnen, dort, wo die Nachricht produziert wird genauso wie hier beim Nachrichtenkonsumenten. Gerade in den Möglichkeiten Rezeption mit direkter Interaktion im Netzwerk zu verbinden liegt denke ich ebenso eine große Möglichkeit für Lernergemeinschaften.
Dienstag, 16. Juni 2009
Schnelltest Web 2.0 Multimedia Präsentationen - Am Gardasee
Multimediapräsentationen halte ich schon lange für sehr interessante Tools, wenn es darum geht im Fremdsprachenunterricht Projekte zum kreativen Schreiben durchzuführen. Die Technik ist inzwischen einfach zu handhaben, die Eingangsschwelle ist daher sehr niedrig. Die Arbeit mit den meisten Tools ist intuitiv und macht Spaß und das Produkt sieht meist gut aus (kommt natürlich auf das Bildmaterial an).
Angeregt durch einen Post im Landeskunde-Blog habe ich mal auf die Schnelle ohne großen inhaltlichen Aufwand drei Multimedia-Präsentationen erstellt, um drei Tools die ich aus meiner Arbeit kenne zu vergleichen.
Ausgwählt habe ich
An Fotos habe ich ein Fotoalbum genommen, das ich von der MMF-Webtutorenkonferenz am Gardasee, wo ich als Referent zu Gast war, vor kurzem auf Flickr eingestellt habe.
Dazu habe ich mit Audacity einen kurzen Ausschnitt aus Goethes Reisetagebuch zum Gardasee aufgenommen. Auch dies sehr improvisiert mit Headset am Laptop. Die Ergbebnisse habe ich unten eingestellt.
Ein Schnelltest zu einer Bild-Audiopräsentation auf Animoto:
Die Fotos lassen sich bei Animoto leicht und schnell, direkt von Flickr importieren - man kann sie natürlich auch lokal hochladen, aber Flickr bietet sich als Online-Fotoverwaltung wegen der guten Anbindung an andere Web 2.0 Tools an.
Das Audio wird hochgeladen und automatisch mit den Fotos synchronisiert. In der kostenlosen Basisversion werden höchstens 30 Sekunden lange Videoclips aufgenommen. Längere Videos kosten im Einzelpreis 3 US-Dollar, ein Jahresabo kostet 30 US-Dollar. Auf die Synchronisierung von Bildern und Audio hat man manuell keinen Einfluss. Daher eignet sich Animoto nur bedingt als Tool zum Geschichtenerzählen. Dafür bekommt man ein visuell attraktives Produkt. Die Benutzeroberfläche ist wie bei den meisten Web 2.0 Tools leider nur englischsprachig aber leicht und intuitiv zu handhaben.
Das Gleiche noch einmal auf Voicethread
Auch bei Voicethread lassen sich die Fotos direkt von Flickr importieren. Hier ist nicht einmal die Aufnahme in Audacity notwendig, weil das Online-Editionstool über einen eignen webbasierten Audiorecorder verfügt. Für jedes Bild nimmt man separat ein Audio auf, so dass man die Bild-Ton-Sequenzen gut aufeinander abstimmen kann. Die Qualität ist zwar etwas schlechter als bei Programmen, die auf dem eigenen PC installiert sind, aber ausreichend für Unterrichtsprojekte. Anstatt der Audios (oder zusätzlich) können auch Text oder Videokommentare eingestellt werden. Ein besonderer Vorteil von Voicethread ist, dass bei diesem Tool mehrere Nutzer Kommentare zum selben Bild aufnehmen können, so dass Audio-Bild-Diskussionen oder alternative Geschichtsstränge möglich werden.
Und schließlich ein ein Slidecast (Powerpoint+Audio bei Slideshare online eingestellt)
Das letzte Beispiel habe ich schließlich bei Slideshare - einem Online Sharingdienst für Powerpoint-Dateien eingestellt. Ein Zugriff auf Fotos von Flickr ist hier nicht möglich. Daher habe ich die Bilder in eine OpenOffice-Impress (oder Powerpoint) Präsentation eingefügt. Die Edition geschieht hier also offline Powerpoint/Impress als Editionstool zu verwenden hat bestimmte Vorteile, da viele Lerner schon mit dem Programm umgehen können. Außerdem ist die Kombination von Text und Bild auf den Präsentationsslides möglich. Sogar Bildergeschichten mit Sprechblasen sind möglich. Nachdem man die Präsentation hochgeladen hat (Slideshare hat in letzter Zeit leider immer wieder lästige Serverprobleme), gibt es unter Edit Presentation etwas versteckt die Möglichkeit einen sogenannten Slidecast zu erstellen, also zur Präsentation ein Audio (MP3) hinzuzufügen und Bildwechsel zum Audio zu synchronisieren.
Es gibt sowohl bequem und schnell die Möglichkeit mit einem Klick das Audio gleichmäßig auf die Slides zu verteilen, aber man kann Tonspur und Bildsequenzen auch manuell steuern. Auch hier ist das Editionstool sehr einfach und intuitiv zu handhaben. Hervorzuheben ist, dass Slideshare offene Lizenzen unterstützt, man die Präsentation also unter eine CreativeCommons Lizenz stellen kann.
Bei keinem der vorgestellten Beispiele hat der gesamte Veröffentlichungsprozess länger als 20 Minuten gedauert.
Animoto ist am besten für attraktive Foto-Videoclips geeignet, bei denen dieSynchronisierung zweitrangig ist, aber attraktive Übergänge gefragt sind. Voicethread hat seine Stärken darin, dass es komplett webbasiert ist und man keine Software installiert haben muss. Außerdem ist es besonders bei kooperativen Übungsformen ein interessantes Tool. Slideshare kann durch die Verwendung des weitverbreiteten Powerpoint als Editionstool punkten
Dienstag, 6. Januar 2009
Fotoannotationen mit Flickr
Flickr ist nach wie vor eine meiner Liebslings-Websites im sozialen Netz und durch die Unterstützung von Creative Commons Lizenzen auch eine wichtige Ressource für Webautoren. Eins der Features der Seite, das ich für den Fremdsprachenunterricht besonders interessant finde, sind die Annotationen, die man direkt die Fotos schreiben kann. Eine ähnliche Anwendung nutze ich bei DeutschLern.net für das Bildwörterbuch.

Mit diesen Fotonotes kann man aber mehr machen, als Wortschatzerklärungen auf Bilder schreiben. Wenn man wie in diesem Beispiel (Link bei Flickr öffnen und mit dem Mauszeiger über das Foto fahren) in den Fotonotes Hyperlinks einsetzt, kann man virtuelle Rundgänge oder auch interaktive Fotogeschichten erstellen. Den Fotorundgang in Regensburg habe ich eher nebenbei gefunden. Es hat nicht unbedingt etwas mit Fremdsprachenunterricht zu tun, aber es wenigstens einen Bezug zur Landeskunde und vielleicht die ein oder andere Unterrichtsidee. Schöne Winterbilder sind es sowieso.
Montag, 25. August 2008
Website-Tipp: ARD - Mediathek
Einiges ist für DaF-Lehrer, die in nichtdeutschsprachigen Ländern arbeiten, in den vergangen Jahren wirklich leichter geworden. Wahrscheinlich kann sich der ein oder andere, der schon länger im Ausland Deutsch unterrichtet, erinnern, wie schwer es ohne Internet war, an authentische, aktuelle, deutschsprachige Materialien zu kommen.

Texte sind in Onlinemedien nun ja schon lange leicht zugänglich. Spätestens seit dem Podcast-Boom muss man sich auch keine Radio-Mittschnitte aus Deutschland mehr schicken lassen. Mit der ARD-Mediathek habe ich vor einiger Zeit auf der Homepage der ARD über einen eher unscheinbaren Banner ein sehr empfehlenswertes Angebot gefunden.
Hier werden täglich eine Fülle von aktuellen Audios und Videos aus dem Fernseh- und Radioangebot eingestellt und über Stichworte, Themen, und Sendungen katalogisiert.
Besonders empfehlenswert ist das Thema des Tages, das eine Reihe unterschiedlicher Audio und Videobeiträge zu einem tagesaktuellen Thema zusammenstellt. Ältere Themen des Tages bleiben ebenfalls zugänglich. Leider sind diese Themen des Tages aber nicht direkt verlinkbar, sondern man muss in einer Liste, die laufend aktualisiert wird, danach suchen.
Hervorragend ist dagegen, dass bei Audios meist nicht nur ein Online-Player, sondern auch ein Downloadlink und ein RSS-Link, für alle, die an der ganzen Sendung interessiert sind, angeboten wird.
Wöchentlich wird außerdem ein Podcast aus dem umfangreichen Angebot der ARD vorgestellt. Leicht also, etwas für die eigenen Interessen zu finden. Vom wenige Sekunden langen Audio bis hin zu 90 minütigen Dokumentarfilmen aus der Produktion der ARD gibt es hier für jeden Geschmack etwas. Auch wenn die Materialien nicht für den DaF-Unterricht vorbereitet sind, eigenen sich viele besonders wegen der aktuellen Thematik durchaus für fortgeschrittene Lerner.
Bleibt zu hoffen, dass die ARD irgendwann dem Beispiel des amerikanischen Fernsehsenders CNN folgt, der seit kurzem zu seinen Videos ähnlich wie Youtube
einen Embed-Code, mit dem die Videos in die eigene Webseite, den Weblog oder die Lernplattform eingebettet werden können, denn so wäre es möglich gleich Wortschatzhilfen oder Fragen zum Hörverstehen anzubieten.
Wer etwas Orientierungshilfe haben möchte, dem sie die Vorstellung und Führung auf der Seite von der Sendung mit der Maus sehr empfohlen.
Montag, 26. Mai 2008
fadaf: Bauanleitung zu einer Web 2.0 Lernumgebung
In den letzten Tagen gab es kaum neue Aufgaben bei DeutschLern.net. Das lag unter anderem daran, dass ich verstärkt am Projekt: Lernumgebung im Web 2.0 gearbeitet habe. Auf der Jahrestagung des fadaf habe ich die erste Phase dieses Projektes vorgestellt, nämlich wie es möglich ist, mit den einfachen Mitteln eines sogenannten Startseitendienstes eine solche Lernumgebung aus aggregiertem Content und Tools zu bauen.
Es handelt sich dabei natürlich keinesfalls um das Endergebnis sondern vielmehr um den ersten Einstieg in das Projekt. Die Präsentation zum Vortrag wird nun, wie versprochen, hier eingestellt.
Wer sich weiter einlesen will, dem sei hier mein eigener Ausgangspunkt angegeben:
http://mediendidaktik.uni-duisburg-essen.de/node/3577
Michael Kerres, Potenziale von Web 2.0 nutzen
und
http://informl.com/2007/02/19/google-desktop-as-learning-platform/
Donnerstag, 3. Januar 2008
Sehen und hören
Im DaF-Blog hat Cornelia einen interessanten Beitrag zur Forschung über Hör und Sehverstehen veröffentlicht. Es handelt sich um eine ausführliche, deutschsprachige Zusammenfassung von einem längeren Forschungsbeitrag aus der englischsprachigen Fachzeitschrift Zeitschrift Language Learning and Technology (LL&T).
Die Diskussion dreht sich im wesentlichen darum, ob und wenn ja inwieweit Video das Hörverstehen durch zusätzliche Bildinformationen erleichtert oder kaum zusätzliche Informationen liefert, die von den Lernern genutzt werden könnten. Als Gegenposition steht die Frage im Raum, ob die Bildinformationen den Lerner bei der Bearbeitung der Aufgaben nicht sogar von einer Konzentration auf den eigentlichen Arbeitsauftrag ablenken könnten.
Persönlich setze ich mich mit dieser Frage bei der Erstellung von Online - Materialen für DaF-Lerner spätestens seit dem Boom von Online - Video in den letzten Jahren auseinander. Technische Probleme sind durch neue Formate (vor allem FLV) und bessere Bandbreiten weitgehend verschwunden.
Bei DeutschLern.net arbeite derweil noch an der Online-Präsentation, die es den Lernern ermöglicht, Video und Aufgabenstellung wärend des gesamten Lernprozesses gleichzeitig auf dem Bildschirm zu haben. Mit diesem ersten Prototyp war ich noch nicht so zufrieden. Besser gelungen finde ich diesen zweiten Versuch mit der Nutzung von AJAX-Technologien, bei denen nur Teile der Webseite nachgeladen werden.
Videomaterialien gibt auf den Webseiten der Fernsehsender inzwischen reichlich. Es handelt sich allerdings immer um authentische Materialien, die im Gegensatz zu den von Audios, die man in der Deutschkurse-Abteilung von dw-world.de findet, nicht für Deutsch als Fremdsprache Unterricht vorbereitet sind.





