Gute Möglichkeiten für Migranten, Deutsch zu lernen

Die deutsche Sprache zu beherrschen, ist der Grundstein für eine erfolgreiche Integration. Je schneller Migranten und Flüchtlinge mit dem Deutsch lernen beginnen, desto besser stehen ihre Chancen auf beruflichen Erfolg und die Eingliederung in die Gesellschaft. Aus diesem Grund bietet unter anderem das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) verschiedene Kurse an.

Ein erster wichtiger Schritt ist ein sogenannter Integrationskurs, der sowohl vom BAMF als auch von Volkshochschulen und privaten Trägern angeboten wird und Migranten und Flüchtlingen über einen Zeitraum von etwa neun Monaten auf den Alltag vorbereitet. Darüber hinaus können Migranten diverse Online-Sprachangebote und Apps zum Lernen in Anspruch nehmen oder sich bei den zuständigen Ämtern über Möglichkeiten der Förderung zum Erlernen der Sprache informieren lassen.

Erstorientierung für Asylbewerber

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Viele stehen vor dem Problem, dass sie als Asylbewerber keinen Zugang zu den Integrationskursen erhalten. In dem Fall greift die Erstorientierung mit integriertem Deutschkurs des BAMF ein. Das Konzept beinhaltet insgesamt elf Module, die in einem Kurs behandelt werden. Auf diese Weise erhalten Asylbewerber die Möglichkeit, erste Deutschkenntnisse zu erlangen und einen Einblick in Kultur und Umgang zu erhalten. Ziel der Module ist es, die Teilnehmer nach Abschluss des Kurses so auf den Alltag in Deutschland vorzubereiten, dass diese sich zumindest grundlegend verständigen und tägliche Aufgaben ohne Probleme erledigen können.

Doch selbst in der verkleinerten Version des Integrationskurses müssen Asylbewerber schwierige Entscheidungen treffen, da ihnen nicht alle elf Module zur Verfügung stehen. Sie müssen sich gemeinsam mit ihren „Klassenkameraden“ zu Beginn des Kurses für sechs der elf Module entscheiden, wobei das Modul „Werte und Zusammenleben“ ein zentraler Baustein des Kurses und daher nicht abwählbar ist.

Deutsch lernen für und mit dem Beruf

Das ESF-BAMF-Programm bietet Migranten und Flüchtlingen die Chance, durch sprachliche und fachliche Weiterbildung in ihren Beruf zurückzukehren oder hinein zu kommen. Das Angebot kann von Migranten, die arbeitslos gemeldet sind und über unzureichende Deutschkenntnisse für einen Arbeitsplatz verfügen, in Anspruch genommen werden. Außerdem sollten Teilnehmer vorher einen Integrationskurs besucht haben und aus dem schulpflichtigen Alter heraus sein. Neben der Vermittlung von Deutschkenntnissen, die sich in erster Linie auf den Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten und dem Schreiben formeller Texte beschäftigen, können Teilnehmer des Programms Praktika und Betriebsbesichtigungen sowie individuellen Fachunterricht in Anspruch nehmen.

In manchen Fällen dürfen auch Beschäftigte den Kurs besuchen, sofern sie sprachlich nicht in der Lage sind, den zukünftigen und bevorstehenden Arbeitsalltag zu bewältigen. Zudem müssen beschäftigte Teilnehmer einen Eigenanteil in Höhe von 3,20 Euro pro Unterrichtseinheit leisten.

Deutsch lernen für Kinder von Migranten

Bereits im Kindergarten gibt es besondere Sprachförderangebote für Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Die Angebote werden zum Teil auf Deutsch und zum Teil in der entsprechenden Muttersprache durchgeführt und sollen den Kindern ein Verständnis für die deutsche Sprache vermitteln und bei der Integration helfen.
Für Kinder, die in einem schulpflichtigen Alter als Migranten nach Deutschland kommen, werden spezielle Förder- und Lernklassen angeboten, die die Eingliederung in den schulischen Alltag und das Miteinander mit Klassenkameraden fördern sollen. Die genauen Angebote unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und können bei den zuständigen Schulbehörden erfragt werden.