Das Smartphone zum Deutsch lernen nutzen

Mit Hilfe moderner Technik soll das Erlernen einer Fremdsprache vereinfacht werden und ohne Lehrer von zu Hause aus möglich sein. Doch nicht jede App, die einen Sprachkurs ersetzen soll, erfüllt diesen Zweck. Das haben verschiedene Tests ergeben, die sich mit dem tatsächlichen Mehrwert einer solchen Sprach-App beschäftigt haben.
Dabei zeigt sich vor allen Dingen, dass das Angebot für Fortgeschrittene nur mäßigen bis gar keinen Erfolg bringt. Trotzdem sind Apps wie busuu oder babbel überaus erfolgreich, was in erster Linie an dem großen Interesse der Menschen liegt, die eine oder mehrere neue Sprachen lernen möchten.

Deutsch lernen durch Sprach-Apps,kosten, Abos, Migranten

Sprach-Apps als Einstieg nutzen

Da die von Bund und Ländern angebotenen Sprach- und Integrationskurse oft überfüllt und ausgebucht sind, können derartige Apps für Migranten den Einstieg in die deutsche Sprache, das Leben und den Alltag in Deutschland erleichtern. Denn besonders für Anfänger eignet sich laut Expertenmeinung das Lernen über Apps. Die Programme sind jedoch nicht alle gleich. Einige arbeiten mit spielerischen Bildern und Musik, um das Lernen zu erleichtern, da auf diese Weise beide Gehirnhälften aktiviert werden und Verknüpfungen entstehen.
Andere Apps setzen auf stumpfes Wiederholen von Vokabeln und Phrasen und setzen somit auf die Einprägung von Wörtern. Was jedoch alle Apps verbindet, die beim Erlernen einer Sprache helfen sollen, ist die kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft. Das Herunterladen ist meist kostenlos, um auf einzelne Inhalte zugreifen zu können, müssen jedoch Abonnements abgeschlossen oder sogenannte Pakete erworben werden.

Welchen Nutzen hat das Lernen mit Apps tatsächlich und gibt es dabei Risiken?

Um den Einstieg in eine fremde Sprache zu finden, eignen sich Sprach-Apps sicherlich. Sie vermitteln den Lernenden grundlegende Vokabeln und Kenntnisse in der Grammatik, so dass einfache Konversationen bereits nach recht kurzer Zeit möglich sind. Die meisten Apps haben zudem einen Community-Bereich, in welchem sich Nutzer über ihren aktuellen Fortschritt austauschen können. Dort können User sich ebenfalls gegenseitig beim Lernen helfen.

Eine große Schwierigkeit ist der Kostenfaktor. Meist ist nicht genau ersichtlich, welche Übungen kostenfrei angeboten werden und wofür bezahlt werden muss. Auch das Abschließen eines Abos kann zur Falle werden, da es sich oftmals ohne fristgerechte Kündigung automatisch verlängert und auch bezahlt werden muss, wenn die App schon gar nicht mehr genutzt wird und gelöscht wurde. In puncto Kosten gilt bei solchen Apps nicht immer die Devise „teuer gleich gut“. Jeder Mensch hat ein anderes Lernverhalten, weshalb vor dem Abschluss einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft erst einmal der kostenlose Bereich der jeweiligen App komplett erkundet werden sollte.

Für Migranten eher als Ergänzung sinnvoll

Menschen, die eine Sprache aus reinem Interesse und aus Lust lernen, profitieren sicherlich von solchen Apps. Migranten und Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, und die Sprache lernen müssen, profitieren nur bedingt. Sie sind auf eine andere Art der Vorbereitung auf das Leben in Deutschland angewiesen, als es Apps vermitteln.

Als Grundlage für einen Deutschkurs oder eine weiterbildende Maßnahme kann das Lernen mit Hilfe einer Sprach-App sinnvoll sein, für den Alltag im Beruf oder das tägliche Zusammenleben sind die vermittelten Inhalte jedoch nicht ausreichend. Daher ergibt es für Migranten nur Sinn, mit einer Sprach-App zu lernen, wenn sie zusätzlich einen Sprachkurs oder etwas Vergleichbares besuchen.